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Der Online-Austausch von Daten und Informationen ist die Kommunikationsform des 21. Jahrhunderts. Ein einfacher und schneller, aber dennoch sicherer Austausch von Daten ist dabei oberste Maxime. Nach der erfolgreichen Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und dem Aufbau einer einrichtungsübergreifenden Kommunikationsinfrastruktur – der sogenannten Telematikinfrastruktur (kurz TI) - unterstützt der GKV-Spitzenverband konsequent die Einführung Nutzen bringender Telematikanwendungen. Dies dient dem Ziel, die Versorgung der Patientinnen und Patienten qualitativ zu verbessern sowie effizienter und wirtschaftlicher zu gestalten.

Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte erfolgte stufenweise ab dem 1. Oktober 2011. Seit dem 1. Januar 2015 gilt für gesetzlich Krankenversicherte ausschließlich die elektronische Gesundheitskarte als Berechtigungsnachweis für die Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen.

Die elektronische Gesundheitskarte mit Lichtbild trägt dazu bei, eine missbräuchliche Inanspruchnahme von Leistungen einzudämmen. Sie enthält einen Mikroprozessorchip, auf dem neben den sogenannten Versichertenstammdaten, wie beispielsweise Name, Anschrift und Geburtsdatum des/der Versicherten, auch Zertifikate aufgebracht sind, mit denen sich der/die Versicherte in der TI authentifizieren, und mit dem er/sie Daten verschlüsseln kann.

In Krankenhäusern sowie in Arzt- und Zahnarztpraxen wurden vorab neue Kartenterminals installiert, mit denen die eGK gelesen werden können. Durch Anbindung an die TI kann die eGK durch Stecken in das Kartenterminal online auf Aktualität und Versicherungsschutz geprüft werden. Die Anschaffung und Installation der Kartenterminals wurde durch die gesetzlichen Krankenkassen finanziert.

Die Einführung und den Betrieb der Telematikinfrastruktur verantwortet die gematik GmbH. Seit Mai 2019 hält das Bundesgesundheitsministerium für Gesundheit 51 Prozent der Geschäftsanteile der gematik, die weiteren 49 Prozent verteilen sich hälftig zum einen auf den GKV-Spitzenverband und zum anderen auf die Spitzenorganisationen der Leistungserbringer (Bundesärztekammer, Bundeszahnärztekammer, Deutscher Apothekerverband, Deutsche Krankenhausgesellschaft, Kassenärztliche Bundesvereinigung und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung). Gleichzeitig bleiben der GKV-Spitzenverband und damit die Beitragszahler die alleinigen Kostenträger.

Nach der Einführung der eGK und dem Aufbau der Telematikinfrastruktur werden nun zum einen stufenweise Anwendungen der TI jeweils entwickelt, getestet und dann ins Feld gebracht. Um die Anwendungen der TI nutzen zu können, müssen zum anderen nach und nach die verschiedenen Akteure des Gesundheitswesens an die Telematikinfrastruktur angebunden werden. In einem ersten Schritt wurden Ärzte, Psychotherapeuten und Zahnärzte an die TI angebunden. Die Anbindung der jeweiligen Einrichtung erfolgt über den sogenannten Konnektor, eine Art sicherer Router. Dieser Konnektor muss für jede Anwendungsstufe entsprechend weiterentwickelt werden.

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